Von einer Umarmung des Zufalls
Mit der Zeit entwickelte sie ein sehr
intensives Verhältnis zum Zufall. Wie an einen Liebhaber drückte sie
sich, hingebungsvoll und ergeben - im Nachhinein überdacht wohl ein
wenig zu energisch - an ihn. Sie und er; sie drückte sich an ihn, genoss
die zeitweilige Zweisamkeit, in welcher allem Anschein nach eine solche
Ausgeglichenheit aufblühte, dass sie daraufhin völlig außer Acht ließ,
dass in Wirklichkeit gar keine Ausgeglichenheit da war, ja gar nicht da
sein konnte. In einer erzwungenen Zweisamkeit drückte sie sich an ihn
und fragte sich, warum es nicht anders herum war. Unwillkürliche
Naivität einer Frage, die nun nichts mehr verlangte: es wird nie anders
herum sein.
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