20:49Uhr.
Nach mehrmaligem hören sämtlicher Sprachnotizen geht es mir besser denn je, auch wenn die Tränen heiß auf meinen Wangen kleben.
Auch wenn mein Zimmer sich nicht anfühlt als wäre es mein Zimmer, auch wenn alles so fremd riecht, auch wenn die unbekannten Geräusche mir weiterhin eine Gänsehaut auf Armen und Nacken zauber.
Es ist warm hier.
Stickig &schwül.
Im Haus ist es nicht nennenswert kühler als draußen.
Meine Gedanken sind irgendwo zwischen Südafrika und Deutschland.
Dies hier ist meine Zeit.
Ich will alles mitnehmen so gut ich kann.
Im Moment sind es die kleinen Momente die mich verzaubern.
Die in denen ich realisiere dass all das zwar kein Urlaub ist, aber auch kein reales Leben.
Ich arbeite von Montag, bis Freitag wie Zuhause auch. Ich freue mich auf's Wochenende, endlich ausschlafen können.
Wir gehen hier sehr häufig essen, ich war niemals so häufig weg wie in den letzten beiden Wochen.
Immer ist irgedjemand um mich herum. Was ja mehr als gut ist, aber die Zeit die ich für mich brauche kommt ein bisschen kurz. Da es so gefährlich ist im dunkeln rauszu gehen, allein, muss ich mich daran gewöhnen tagsüber kleine Auszeiten zu nehmen, um wirklich für mich zu sein...so gut es geht.Meine kreischenden Gedanken zu ordnen...
laufen zu gehen oder mich nur in den Park zu setzen. Nur ich. Mit niemandem reden zu müssen und trotzdem immer vorsichtig zu sein, weil auch tagsüber ein kleines Risiko besteht allein unterwegs zu sein. Es sind die kleinen Momente die ich brauche.
-Ein Lächeln von Spencer
-eine persönliche Frage von Henrike
-Gespräche über Zukunft &Vergangenheit mit Manda
-Von NJ frisiert zu werden
-Mit Gugu überalles und nichts zu reden, Wein zu trinken oder typische Zulu Tänze zu tanzen
-Mit Marcus über viel zu persönliche Dinge zu reden
-Oder Caroline zu lauschen wenn sie mit glitzerden Augen von ihrem neuen, südafrikanischen Freund erzählt.
Die Momente in denen ich ganz neue Sachen probiere...Weine, Fleisch, Fisch, neue Salate, typisches Zulu Brot...
Die kleinen Momente in denen ich Rabasco, eine kleine Katze auf meinem Schoß habe, meine Hände in ihrem Fell vegrabe und sie schnurren höre während sich ihre krallen schmerzhaft in meine Oberschenkel bohren, und die kleinen Momente in denen ich entdecke wie vielfältig Südafrika ist, wie anders die Mentalität der Menschen ist, wie sehr sich ihre Kultur von der unseren unterscheidet, wie unglaublich glücklich man mit ganz ganz wenig oder nichts sein kann. Das es nicht die Eile ist in der die Kraft liegt sondern tatsächlich die Ruhe.
Dass auch wenn einem schlimme Schicksalschläge wiederfahren es eine Sache der Einstellung ist damit umzugehen. Denn auch dann dreht sich die Welt weiter. Sie stoppt für niemanden.
Tod, krankheit, Armut all das sind Dinge die auch hier leider an der Tagesordnung stehen und eben weil es so ist, ist es eine Einstellungssache wie man damit umgeht, umgehen will.
Für den norddeutschen Charakter, wie ich einer bin, ist all das fremd, seltsam, manchmal gewöhnungsbedürftig aber defintiv nicht schlecht.
Es liegt an mir das Optimum aus dieser zeit heraus zu holen und keine Sekunde zu verschwenden dass bin ich mir selber schuldig.
Aber zwischen Sagen und Tun liegen Welten und es fällt mir in diesem Moment noch nicht so leicht, wie ich es mir wünschen würde.
Aber auch das ist eine Sache die man, nein die ich lernen muss.
Für diesen Moment leben und nicht für morgen.
Denn MEIN Abenteuer beginnt jetzt.
Und wenn ich etwas verändern will, dann auch jetzt und nicht erst gleich, die Chance dafür bekomme ich in jeder weiteren Sekunde. Ich muss sie nur nutzen.
Ich muss lernen an mich zu glauben.
Deswegen bin ich hier.
ICH.
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