Follower

Donnerstag, 29. Mai 2014

I’m not giving up, I am just starting over.



26.05.2014
Kann es kaum erwarten zurück nach Edendale zu fahren.
Nicht weil ich eine wahnsinnig spannende Aufgabe hätte (dem ist nicht so…) sondern weil ich total heiß aufs Internet bin.
Ich habe nicht allzu viel zu tun, Stefan will eine Liste von mir von alles aus der Health Academy mit den Größen in Shirts und Hosen weil wir bei der Eröffnung am 3. Juni wohl alle dasselbe Fußball Outfit tragen werden.
Eigentlich machbar die Aufgabe aber echt blöd wenn man keine Ahnung hat wer, wer ist, wer zum Team der Game Changers und wäre zum generellen Staff gehört, insbesondere weil sich die afrikanischen Namen alle gleich anhören und ich einfach nicht unterscheiden kann ob es eine Sie oder ein Er ist.
Naja, ich hab die Telefonliste die ich vorher fertig gemacht habe rum gegeben und sie gebeten hinter ihre Namen ihre Größe hinter zu schreiben dass dann so gut ich konnte übertragen.
Dann wollte er dass ich die Größen abzähle, wie viele insgesamt von Größe S, M, L usw.
gesagt getan, wieder vorgezeigt…ne er hat sich falsch ausgedrückt nochmal zählen wie viele S, M, L für die Game Changers, und wie viele S, M, L für die restlichen (staff).
Auch das tat ich und endlich war die Liste wie er sie haben wollte.
Das Gefühl aber eigentlich Schwachsinn gemacht zu haben werde ich nicht los.
T –Shirt Größen aufschreiben und zählen, Whiteboards basteln und all das hab ich mir nicht vorgestellt als ich hier her geflogen bin.
Ich hab nicht all mein Geld gespart, 8 Monate gearbeitet und mir wirklich wenig gegönnt nur um jetzt die letzte drecksarbeit zu machen.
Ich fühle mich ziemlich überflüssig als wäre ich nur hier um meine Miete zu bezahlen.
Das macht es mir hier so schwer.
Ich war der festen Überzeugung es gibt hier viel und anständige Arbeit für mich, ich bin wirklich gewillt zu lernen und etwas zu tun, aber dass hier ist einfach nur sinnlos Beschäftigung einer sonst recht überflüssigen Person.
Auch das der Großteil der Arbeit den Stefan mir denn dann mal gibt mit dem Computer zu tun hat, geht mir eigentlich gewaltig gegen den Strich, das hab ich ihm schon in Deutschland bei unserem Skype Interview gesagt, ganz ehrlich, dass ich nicht bis nach Südafrika fliege um hier nur im Büro zu sitzen und Excell Tabellen auszufüllen.
Genau das tue ich aber.
Meine belanglosen Aufgaben und sei es E –Mails schreiben machen mich hier auf Dauer nicht glücklich und wenn sich nicht gewaltig was ändert werde ich keine 6 Monate hier verbringen um bloß in den Tag zu leben und mich zu freuen wenn Clyde fragt ob ich einige Blätter für ihn laminieren kann und dass größte Highlight des Tages ein eigentlich ziemlich unspektakuläres Sandwitch zum Mittag ist.
Kurz, ich bin enttäuscht.
Ich hab Whizzkids United mehr zugetraut als die neuen Volunteers (auch Henrike ging es anfangs ähnlich, naja wie gesagt man macht das Beste daraus, bzw. man gewöhnt sich an alles) dermaßen zu hintergehen. Ich hoffe darauf dass das vielleicht nur die Eingewöhnungszeit ist.
_____________________________________________________________________________

Schluss mit dem gejaul, ich nerve mich selbst damit, es kann eben nicht immer alles rosa sein.
Abends habe ich lange mit Henrike und Gugu gesprochen.
Das tat gut.
Gugu hat mich sehr unterstützt und ganz ähnliche Ansichten von all dem wie ich, das tat gut ein bisschen Bestätigt zu werden.
Henrike war geteilter Meinung einerseits kann sie meine Situation verstehen andererseits meinte sie dass sie keine Probleme damit hat immer das beste aus einer Situation raus zu holen, natürlich das ist sehr bewundernswert wenn man dass kann, aber für mich hört sich das ganze auch ein bisschen nach einknicken an, die eigenen Interessen unterdrücken um rein zu passe und die eigenen Vorstellungen zu vergessen, oder?
Bin ich zu pessimistisch?
Ich weiß es nicht.
Ich gebe mir noch 2-3 Wochen Zeit denke ich, rede mit Marcus, mit Stefan mit Manda und Spencer wenn sie wieder da sind und dann wollen wir mal sehen.
Solange...Beine still halten, tief einatmen und weiter machen.
Es ist doch MEINE Zet und die lass ich mir nicht kaputt machen...

Nobody said it was easy
Oh, it's such a shame for us to part
Nobody said it was easy
No one ever said it would be so hard
I'm going back to the start
...

XOXO, bis ganz bald!
(Liebe Nani es ist so viel wie das Symbol für x=Kuss & o=Umarmung :)  )

Dienstag, 27. Mai 2014

Like wildflowers, you must allow yourself to grow in all the placespeople thought you never would. -E.V.


25.Mai.
20:49Uhr.

Nach mehrmaligem hören sämtlicher Sprachnotizen geht es mir besser denn je, auch wenn die Tränen heiß auf meinen Wangen kleben.
Auch wenn mein Zimmer sich nicht anfühlt als wäre es mein Zimmer, auch wenn alles so fremd riecht, auch wenn die unbekannten Geräusche mir weiterhin eine Gänsehaut auf Armen und Nacken zauber.
Es ist warm hier.
Stickig &schwül.
Im Haus ist es nicht nennenswert kühler als draußen.
Meine Gedanken sind irgendwo zwischen Südafrika und Deutschland.
Dies hier ist meine Zeit.
Ich will alles mitnehmen so gut ich kann.
Im Moment sind es die kleinen Momente die mich verzaubern.
Die in denen ich realisiere dass all das zwar kein Urlaub ist, aber auch kein reales Leben.
Ich arbeite von Montag, bis Freitag wie Zuhause auch. Ich freue mich auf's Wochenende, endlich ausschlafen können.
Wir gehen hier sehr häufig essen, ich war niemals so häufig weg wie in den letzten beiden Wochen.
Immer ist irgedjemand um mich herum. Was ja mehr als gut ist, aber die Zeit die ich für mich brauche kommt ein bisschen kurz. Da es so gefährlich ist im dunkeln rauszu gehen, allein, muss ich mich daran gewöhnen tagsüber kleine Auszeiten zu nehmen, um wirklich für mich zu sein...so gut es geht.Meine kreischenden Gedanken zu ordnen...
laufen zu gehen oder mich nur in den Park zu setzen. Nur ich. Mit niemandem reden zu müssen und trotzdem immer vorsichtig zu sein, weil auch tagsüber ein kleines Risiko besteht allein unterwegs zu sein. Es sind die kleinen Momente die ich brauche.
-Ein Lächeln von Spencer
-eine persönliche Frage von Henrike
-Gespräche über Zukunft &Vergangenheit mit Manda
-Von NJ frisiert zu werden
-Mit Gugu überalles und nichts zu reden, Wein zu trinken oder typische Zulu Tänze zu tanzen
-Mit Marcus über viel zu persönliche Dinge zu reden
-Oder Caroline zu lauschen wenn sie mit glitzerden Augen von ihrem neuen, südafrikanischen Freund erzählt.
Die Momente in denen ich ganz neue Sachen probiere...Weine, Fleisch, Fisch, neue Salate, typisches Zulu Brot...
Die kleinen Momente in denen ich Rabasco, eine kleine Katze auf meinem Schoß habe, meine Hände in ihrem Fell vegrabe und sie schnurren höre während sich ihre krallen schmerzhaft in meine Oberschenkel bohren, und die kleinen Momente in denen ich entdecke wie vielfältig Südafrika ist, wie anders die Mentalität der Menschen ist, wie sehr sich ihre Kultur von der unseren unterscheidet, wie unglaublich glücklich man mit ganz ganz wenig oder nichts sein kann. Das es nicht die Eile ist in der die Kraft liegt sondern tatsächlich die Ruhe.
Dass auch wenn einem schlimme Schicksalschläge wiederfahren es eine Sache der Einstellung ist damit umzugehen. Denn auch dann dreht sich die Welt weiter. Sie stoppt für niemanden.
Tod, krankheit, Armut all das sind Dinge die auch hier leider an der Tagesordnung stehen und eben weil es so ist, ist es eine Einstellungssache wie man damit umgeht, umgehen will.
Für den norddeutschen Charakter, wie ich einer bin, ist all das fremd, seltsam, manchmal gewöhnungsbedürftig aber defintiv nicht schlecht.
Es liegt an mir das Optimum aus dieser zeit heraus zu holen und keine Sekunde zu verschwenden dass bin ich mir selber schuldig.
Aber zwischen Sagen und Tun liegen Welten und es fällt mir in diesem Moment noch nicht so leicht, wie ich es mir wünschen würde.
Aber auch das ist eine Sache die man, nein die ich lernen muss.
Für diesen Moment leben und nicht für morgen.
Denn MEIN Abenteuer beginnt jetzt.
Und wenn ich etwas verändern will, dann auch jetzt und nicht erst gleich, die Chance dafür bekomme ich in jeder weiteren Sekunde. Ich muss sie nur nutzen.

Ich muss lernen an mich zu glauben.
Deswegen bin ich hier.
ICH.

Sometimes you miss the memories, not the person.

Arbeiten.
Mehr oder weniger...
26.05.2014


Montag –es geht wieder nach Edendale.
Gestern und auch heute sind es hier 30 Grad, es ist sehr feucht und stickig.
Mal sehen was ich heute finde, erst einmal bin ich glücklich Internet zu haben.
Sehr sogar!
All meine entgangenen Nachrichten zu lesen, mit Mama zu schreiben und einfach ein bisschen Kontakt nach Hause zu haben.
Ich will die Nachrichten an die Unis weiter schrieben und vielleicht kann ich mit Henrike oder Caroline zur Mall oder nach Pietermaritzburg fahren um ein neues magnetisches Whiteboard zu besorgen.
Wenn sie nicht zu viel zu tun haben, da Manda ja nicht da ist kann ich ihr mit der Data Base leider nicht helfen, aber Rusha hat bestimmt etwas für mich zu tun, ansonsten wollte ich Marcus eine Mail schreiben mit meinen Ideen was ich machen könnte für Whizzkids United.
Hätten sie ein Schwimmbad hier in der Nähe wäre ich gerne dafür zuständig mit den Kids schwimmen zu gehen oder es ihnen bei zu bringen. Hier gibt‘s natürlich kein Schwimmbad.
Aber meine Idee war ein Workshop für kreatives Schreiben, ein bisschen Yoga um abwechslung rein zubringen in das strenge Fußball Training, evtl. mit bei dem Siyakhona Projekt zu arbeiten das Manda leitet und evtl. mal mit Rushas Mama (Selverani) zu sprechen die leitet eine Kunstgruppe…
Ansonsten bin ich relativ Einfallslos, ich habe nicht damit gerechnet dass ich irgendetwas mitbringen müsste ich dachte es gibt genügend für mich zu tun (neben Whiteboards &Excelltabellen). Fakt ist aber das jeder eine feste Position hat und ziemlich genau weiß was zu tun ist und was auf dem Plan steht und ich in diesem riesigen Mechanismus erst noch einen Platz finden muss um anständig rein zu passen in dieses mehr oder weniger perfekte Gefüge.



Montag, 26. Mai 2014

Be the type of person you want to meet.

Eingang zu unserem Haus von der Gegenüberliegenden Straßenseite


Auffahrt von unserem Haus

Clarkroad -Am Horizont, Durbans Hafen.
Ein ganz bisschen wie Hamburg.
Besser als das Iphone 8 F
25.05.2014



Howset (Ich weiß nicht ob man es so schreibt)…
Sagt man überall in Durban, es ist so etwas wie eine Begrüßungsfloskel in etwa wie ein wie geht’s dir, und man antwortet genauso…Howset!

Durch zu schlafen fällt mir hier sehr schwer.
Ich schlafe immer mit Ohropax, weil das Haus so hellhörig ist und sobald jemand an meiner Tür vorbei kommt werde ich wach und auch die Geräusche von draußen halten mich regelmäßig wach.
Um 4 war ich wach, dann um 7 und dann zuletzt um 9.
Ich konnte nicht noch einmal einschlafen also machte ich ein paar Bauchmuskelübungen noch bevor ich frühstückte.
Ich weiß noch nicht genau was für heute geplant ist…
deswegen schreibe ich gerade an meinem Blog, vielleicht ziehe ich mich gleich mal an.
Ich mag nur nicht nutzlos rum sitzen, das kann ich noch nicht so gut, insbesondere dann nicht wenn ich allein bin.
Um 12 sind Manda, Spencer, Henrike und ich los haben mir eine Simkarte besorgt.
Ich brauche anscheinend dringend ein Handy hier…
Und was für eins. Ein unkaputtbares, ohne Farbdisplay, ohne Touch, ohne alles, nur zum SMS schreiben und zum telefonieren.
Herrlich, ich fühle mich um einige Jahre zurück versetzt als ich mein aller erstes eigenes Handy bekommen hab.
Dann waren wir zusammen Essen…
Ich bin schlauer geworden, ich wollte keinen dicken Burger (bzw. wollte ich schon, aber ich will auch weiterhin in meine Hosen passen…)
Also gab es stattdessen einen ziemlich leckeren Avocado, Bacon Salat und weil Avocado und Bacon genug fett haben ohne Dressing und einem schlichten Wasser dazu.
Nein, kein Smoothie. Nicht noch einmal auch wenn sich der Mango Smoothie wirklich gut anhörte…
Vielleicht nächstes Mal, dann gingen wir zu einem Supermarkt und Henrike und ich haben eingekauft für Sandwitches die wir morgen zum Mittag machen wollen um nicht schon wieder zur Curry -Lady zu gehen.
Heute ist der letzte Tag von Manda &Spencer, dann fahren sie für eine Woche nach Hause, ich glaube da ist irgendeine Hochzeit oder sowas und dann wollen sie auch ihre Kinder besuchen ehe sie wieder kommen. Eigentlich ist eine Woche nicht lang, aber ich fände es dennoch schöner sie an meiner Seite zu wissen. Noch so eine Sache an die ich mich gewöhnen muss. Besonders am Anfang, auch wenn man sich nicht lange kennt muss man sich ganz schnell an einander gewöhnen, aber genauso schnell auch wieder entwöhnen.
Menschen kommen, Menschen gehen. Manche kommen wieder, manche bleiben weg.
Man gewöhnt sich an alles, heißt es doch!?
Nun ist es 16:44Uhr, ich war eben ein bisschen mit mir selbst spazieren, das brauche ich hier irgendwie wie die Luft zum atmen, einfach mal 20-30Minuten nur für mich sein, mit niemandem reden müssen, nachdenken (AUF DEUTSCH) und nichts tun, den Leuten zusehen wenn sie an mir vorbei gehen (immer mit ein bisschen Skepsis, du weißt nie ob sie vielleicht böse Absichten haben, selbst wenn sie dich anlächeln), aber es wird hier schon recht bald dunkel, also war es nur ein kurzer Spaziergang.
Evtl. wollen sie nachher ins Kino, ich glaube ich bleibe hier, gehe früh schlafen oder so.
Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, aber müde bin ich sehr.

Ihr fehlt.
Xoxo

You never know how strong you are, until beeing strong is the only choice you have.

Super leckerer Cappucino

Ökologisch, dynamisch abbau -und recyclebar!

Der legendäre Smoothie

Das beste an meinem Geburtstagsfrühstück -ganz sicher

Jedenfalls gesund ist es

Weil ich es nicht ausgetrunken habe, haben sie es mir umgefüllt -zum mitnehmen. Ich weiß nicht wo ich mit meinen Gedanken war aber ich hab den verdammten Smoothie AUSVERSEHEN vergessen.

Kleine Dösschen mit Bon und Bonbons für das Geld.

Klingt doch vielversprechend?!

Auch nicht schlecht?!

So schnell die Tiere!
Caroline mit ihrem Freund im Hintergrund


Mieses posing mit Andrew





Wenn man im Restaurant/Café war bekommt man neben dem Bon auch immer was süßes!

Meine Rettung, das Café mit Internet




Geburtstagskuchen

Nachdem NJ mich frisiert hat


24.05.2014
ZACK -ERWACHSEN!


Als ich aufwachte war ich gewillt sofort auf mein Handy zu gucken, Mama, Papa und meine Schwester anzurufen, nicht lange nur um ihre Stimmen zu hören. Doch sobald ich das Iphone in meinen Händen hielt besann ich mich wieder.
Das Internet war noch immer Tod.
Keine Chance.
Ich legte es also wieder beiseite tappste aus meinem Zimmer und machte mir Tee und etwas Brot obwohl ich wusste dass wir etwas später alle gemeinsam frühstücken wollten.
Wie gesagt, mein Appetit hier drüben ist ekelerregend, ich könnte in einer Tour essen, mir aus auch ziemlich egal was, Hauptsache ich hab was zwischen den Zähnen. Ab Montag hör ich auf damit, so geht’s ja nicht weiter.
Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir (Manda, Spencer, Henrike und Gesa zu einem Café namens „Mother Earth“, wie der Name schon vermuten lässt ziemlich Ökologisch und ziemlich Bio.
Passt ja perfekt in mein Vorhaben dachte ich mir und bestellte mir voller Vorfreude einen super leckeren Cappuccino, einen Fruchtsalat und einen Smoothie der Versprach dass es die perfekte Ergänzung für den Körper ist, vor oder nach sportlicher Betätigung.
Ich hatte nicht vor Sport zu machen heute, aber gesund musste er ja trotzdem sein, dass er vielleicht nicht so schmeckt wie ich es mir vorstellte habe ich ganz erfolgreich vergessen.
Der Fruchtsalat war…gewöhnungsbedürftig aber alles in allem ganz lecker.
Bisschen zuviel Zimt, und so komisches dunkles Zeig, könnte irgendwas Kakao Bohnen mäßiges gewesen sein, hat eher wie Sand geschmeckt.
Egal, das ist gesund, das ist gut für mich, ich hab ja ein Ziel vor Augen.
Als mein Smoothie kam war ich voller Vorfreude.
Ich stellte mir etwas frisches, leckeres vor, etwas kühles, ein perfekter Start in den Tag mit einem super leckeren und noch dazu super gesundem Smoothie. Besser kann mein 21. Geburtstag wohl nicht beginnen.
Es war ein riesen Glas. Gut sah er aus, der Geruch sagt ja nicht viel über den Geschmack aus…
ich musste ihn direkt probieren und war froh dass die anderen ein sehr aufgeregtes Gespräch führten und nicht bemerkten wie sich mein Gesichtsausdruck veränderte. Schlagartig. Meine Gesundheit in allen Ehren, aber bevor ich so etwas trinke werde ich lieber Fett.
Müsste ich beschreiben wie das schmeckte war es ein bisschen wie eine Mischung aus Waschpulver, rohen Eiern, Mehl, ranzigem Spinat, etwas das ein bisschen schmeckte wie Nivea roch und im Abgang eine herrlich muffig, süße Note.
Ich hab alles versucht, gemeinsam mit Capuccino oder dem komischen Salat das ganze runter spülen, an etwas anderes denken während ich trinke, Nase zuhalten. Unmöglich, selten so ein penetranten Geschmack im Mund gehabt. Als die anderen probierten hätte ich zu gerne ihre Gesichter fotografiert, sah ähnlich angetan aus wie meins!
Nach diesem, besonderen Frühstück suchten wir ein Café mit Wifi, weil nicht nur ich gerne „Nach Hause telefonieren“ wollte, sondern auch die anderen. Wir bestellten uns alle etwas und hatten dann umsonst Internet, ich telefonierte mit meiner Familie, schrieb so schnell ich konnte allen zurück die schon in diesen frühen Stunden an mich gedacht haben und war ganz froh.
Ja ich brauche den Kontakt eigentlich noch. Ich habe nun 2 Tage lang bewiesen dass ich gezwungener Maßen auch ohne könnte, aber im Endeffekt bin ich über jeden Kontakt nach Hause dankbar, vielleicht ändert sich das in 2-3 Wochen und ich brauche dass nicht mehr so intensiv wie jetzt, aber ich habe bisher noch nie eine so lange Zeit weg und ganz allein von  Zuhause verbracht, in einem fremden Land. Es wäre vielleicht anders, wenn ich schon einmal allein gewohnt hätte und sei es in Hamburg, aber so hab ich nun die volle Dröhnung und brauche dementsprechend etwas länger um mich daran zu gewöhnen denke ich.
Nach dem ich glücklich war Kontakt mit meinen liebsten gehabt zu haben gingen Manda und Spencer für das Barbecue heute Abend einkaufen und Gesa, Henrike und ich nach Hause.
Als Manda und Spencer wieder kamen fuhren wir mit NJ (Stefans Freundin) zum Strand und ich war mit Spencer baden, während die anderen beiden am Strand blieben.
Schwimmen gehen ist hier nicht möglich zumindest nicht im Meer, die Strömung und die Wellen sind derart kräftig das es einem die Füße weg zieht.
Als Spencer und ich begannen zu frieren gingen wir  zurück, leider war die Sonne schon dabei schwächer zu werden und uns wurde kalt. Nach Kakao &Donut (ich musste den Fauxpas von heute Morgen ja wieder glatt bügeln) ging es uns besser.
Mit Salz und Sand auf der Haut fuhren wir zum Flughafen um Henrike abzuholen die vorher ihre Schwester verabschiedet hat.
Zuhause angekommen ging ich direkt duschen. Ich hatte mich gerade angezogen da kam NJ (Eigentlich heißt sie Nonjabulo) herein, es wäre ja mein Geburtstag deswegen macht sie mir heute die Haare, und ehe ich mich versah saß ich auf einem Stuhl vor ihr, sie föhnte mir, die Haare, glättete sie und frisierte mich während ich mich schminkte. Julien, (der neue Freund von Caroline?) war da, Andrew, den kannte ich noch gar nicht, mit 2 weiteren (ziemlich betrunkenen Freunden) NJ, Henrike, Caroline, Manda, Spencer und Osaebea leisteten mir an meinem Geburtstag Gesellschaft.
Das Essen war unglaublich gut!
Als sich der Abend langsam dem Ende neigte, wurde nochmal für mich gesungen und ich bekam einen super leckeren Schoko Sahne Kuchen, ein kleines Fotoalbum für meine schönsten Momente hier und weil sie mit bekommen haben das ich so gerne zeichne und schreibe ein wunderschönes Notizbuch!
Als ich den Kuchen angeschnitten habe, wollte sie gern eine Rede hören und mir schoss das Adrenalin in die Adern.
Spitze, eine Rede, auf Englisch, gegenüber Leuten die ich kaum kenne…
Ich hielt sie so kurz wie möglich.
Allmählich neigte sich der Abend dem Ende, Andrew ging mit seinen beiden Freunden die zusehends die Fassung verloren.
NJ ging wieder zu Stefan in deren Zimmer.
Caroline verschwand mit Julien (der noch immer seinen Ehering trägt…), Manda und Spencer halfen noch ein bisschen beim aufräumen und gingen dann als ich mich noch einmal für alles bedankt habe auch schlafen.
Alles in allem ein schöner Tag.
Seltsam ihn ohne irgendjemand zu verbringen den man wirklich kennt, aber alles in allem gut, sehr gut!

Ich hoffe es geht euch allen gut.
Seltsam meinen Geburtstag mit eigentlich ziemlich fremden Menschen zu feiern.
Aber ich wusste schließlich worauf ich mich da einlasse.
Und anders bedeutet ja nicht unbedingt schlecht.
18 Tage bin ich nun hier.
Bisher war ich nur mit meinen Mädchen für ziemlich genau 18 Tage allein in Barcelona gewesen.
Niemals zuvor war ich so lange wie jetzt allein in einem fremden Land.
vor mir liegen noch (wenn ich mich nicht verzählt habe) 165 Tage voller Abenteuer, neuer Erlebnisse, lehrreicher Stunden, viel Freude aber sicherlich auch einigen Tränen.
In dieser Zeit wird sich auch zeigen wer zu meinen wirklichen Freunden gehört, wer sich trotz der krassen Distanz hin und wieder meldet oder wer mich vergessen wird.
Auch ich werde früher oder später spüren wen ich in meiner Nähe haben möchte wenn ich wieder Zuhause bin.
Aufregend ist es, sowohl die Zeit jetzt hier natürlich als auch die Zeit die mich erwartet wenn ich wieder zurück bin.
Tage zählen hat etwas von Gefängnisaufenthalten…
Dem ist nicht so, ich habe viel zu lange dafür gearbeitet als dass ich es für so etwas halten würde, ich genieße es sehr, ich glaube das macht es mir gerade so schwer, dass ich versuche ALLES aufzusaugen, alles sofort, alles auf einmal.
Zu wissen das meine Tage gezählt sind hier ist einerseits angenehm andererseits erschreckend.
Auch ein großes Thema zwischen den anderen Volunteers hier, es fühlt sich auf der einen Seite an als wäre man bereits 5 Monate hier, andererseits als wäre man gestern erst angekommen.
So ich sollte aufhören so Unmengen zu schreiben, die armen die still hoffend all dies lesen, und auf etwas mehr Spannung warten!

Stay tuned, bald geht’s weiter.
In Liebe,
eure Amelie